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Über das Leben: Ein Leben - viele Aufgaben

Kapitel 1
Die Bedeutung des Wortes "Leben" und die Bedeutung des Lebens für den Mensch


Uns allen wurde Leben geschenkt, und wir alle leben inmitten von Leben.

Heute ist so ein Tag, an dem ich darüber nachdenke, wie sich die Blicke der Menschen auf die Welt unterscheiden. Zunächst einmal mache ich mir Gedanken über das Wort Leben. Was ist Leben? Was ist das Nichtleben, das nicht Existierende?
"Leben" ist ein Wort, das uns jeden Tag oft begegnet, ein unscheinbares Wort durch sein häufiges Auftreten. Es kann verschiedenste Situationen beschreiben und verschwindet nie ganz von der Bildfläche. Denn was da ist, lebt.

Leben - ein einziges Wort, das viel beschreibt

Leben

Lebenlassen
Leben leben
Leben schenken
Leben schmecken

Lenbenslust
Lebensfreude
Lebensweise
Lebensstil
Lebenslauf
Lebensweisheit
Lebenserfahrung
Lebensverlauf
Lebensliebe
Lebensaufgabe
Lebenssinn

lebensmüde
lebenslang
leblos
langlebig
kurzlebig

erleben
verleben
beleben
einleben

Oft sinne ich darüber, ob mein Leben vielleicht Einbildung ist. Ich kann mir nicht sicher sein, dass das Leben, wie ich es lebe, und die Bilder, die ich sehe, die Wirklichkeit darstellen. Ich lebe vielleicht in einer von mir unbewusst erdachten Umgebung, es könnte sich alles in meinem Kopf abspielen. Das bedeutete dann, dass ich ein einziges Kino bin, das Filme für mich selbst erzeugt. Ich hätte eine unendliche, geradezu unfassbare Fantasie und wäre zudem wirklich genial!
Das Einzige, das mich an dieser Theorie zweifeln lässt, sind die anderen Menschen. Sie klagen oft und viel über das Leben, sagen, dass es das Leben nicht gut mit ihnen meint, dass sie vom Leben genug haben und dass das Leben nicht lebenswert sei. Und manchmal sagen sie wie ich:

"Vielleicht ist das alles gar nicht echt. Vielleicht bin ich der einzige Mensch auf Erden und weiß es nicht. Ich mache mir zu viele Sorgen über erdachte Probleme".


Kapitel 2
Über Herausforderungen, Probleme und die Problemüberwindung


Jeder Mensch braucht Herausforderungen um sich zu entwickeln. Schon als Baby lernt man durch Fehler und muss einiges ausprobieren, um Erfolge zu erzielen.
Ein Kind lernt laufen indem es die Herausforderung annimmt, sich auf seine wackligen Beine zu stellen. Die Herausforderung entsteht zunächst aus einer Abenteuerlust, aus Neugierde. Dazu kommt der Instinkt, der dem Kind einflößt: Deine Beine sind dazu da, dass du dich aufrichten kannst.
Das Kind ist sich zu dieser Zeit natürlich nicht darüber bewusst, dass es sich beim Laufen lernen um eine Herausforderung handelt. Es macht erste Versuche - und scheitert. Mit dem Po plumst das Baby auf den Boden und erlebt einen ersten Misserfolg. Hier erkennen wir ein Problem: Es ist nicht so einfach, auf zwei Beinen zu gehen, und die Selbsteinschätzung lernt das Kind erst viel später.
Da nun bei jungen Menschen der Optimismus und die Motivation, etwas zu schaffen, noch stärker ausgeprägt sind, rafft sich das Kind schnell wieder auf und macht sich an die Arbeit, das "Problem" zu überwinden, und übt das Laufen. Meist macht das Kind schon nach einem Tag erste Schritte und hat damit etwas Entscheidendes gelernt:

Wer Herausforderungen annimmt, und sich aufkommenden Problemen stellt, wird erfolgreich sein und sich weiterentwickeln.

Die meisten Menschen erinnern sich im Erwachsenenalter nicht mehr daran, wie sie sich gefühlt haben, als sie ihre ersten Schritte gemacht haben. Erste Schritte einem spannenden Leben entgegen, auf einem Lebensweg, dessen Verlauf zu dieser Zeit noch im Ungewissen lag.
Und weil das Leben der Meinung ist, dass der Mensch durch seine Misserfolge lernt, dass er sich selbst besser kennenlernt (hier setzt die Selbsteinschätzung ein), lässt es die Probleme im Lebensverlauf eines Heranwachsenden schwieriger und zahlreicher werden. Und manch einer bekommt an dieser Stelle Angst, Angst vor Misserfolgen, Angst vor dem Leben. Und wird träge, zieht sich zurück, stellt sich keinen neuen Herausforderungen. Er bleibt, wenn es ein Zustand von Dauer ist, in seiner Entwicklung zum "mündigen Menschen" (Kant) möglicherweise stehen. Und lebt mehr oder weniger vor sich hin. Und klagt und jammert.
Bis eine Herausforderung, eine Aufforderung des Lebens erscheint, vor der sich der Mensch nicht verstecken kann. Es kann ein Schicksalsschlag sein, der eine Wendung im Leben des Betroffenen erzwingt. Seine Aufgabe ist es nun, zu erkennen, dass seine menschliche und vielleicht im Verborgenen schlummernde Kraft gefordert ist, und er die Situation als Ansporn nutzen sollte, etwas zu verändern, sich weiterzuentwickeln. Natürlich ist die Weiterentwicklung des Menschen ein größtenteils unbewusster Vorgang.

2 Kommentare 31.7.07 14:48, kommentieren

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